Offene Kollaboration mit dem BerlinHub
Ein Beispiel hierfür ist die neue Kollaborationslösung „BerlinHub“ als Open-Source-Alternative im Bereich digitaler Zusammenarbeit. Dabei handelt es sich um eine sichere, digitale Kollaborationsplattform für die Berliner Verwaltung. Mit BerlinHub kommt „openDesk“ nach Berlin. Die offene Arbeitsplatzlösung des Zentrums für Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung (ZenDiS) wird hier ganz bewusst vom ITDZ Berlin nachgenutzt. Funktionen für den sicheren Austausch und die gemeinsame Bearbeitung von Dateien sowie umfassende Projektmanagementfunktionen über Behördengrenzen hinweg werden dort auf Basis von Open-Source-Software in einer integrierten Plattform gebündelt. Durch diese Nachnutzung profitieren Berliner Behörden von erprobten, souveränen und interoperablen Lösungen. Einrichtungen wie das Robert Koch-Institut, die Ministerpräsidentenkonferenz und der Internationale Strafgerichtshof nutzen die Plattform bereits.
Service und Beratung für die Kunden
Gleichzeitig gewinnt die qualifizierte Beratung zunehmend an Bedeutung: Das ITDZ Berlin unterstützt die Verwaltung dabei, in einer immer komplexeren Technologielandschaft fundierte Entscheidungen zu treffen – von der Bewertung sicherer Architekturmodelle bis hin zur nachhaltigen Integration und dem Betrieb von Open-Source-Lösungen. Ergänzt wird dies durch kontinuierliche Innovation, etwa durch die Erprobung neuer Technologien und kooperative Entwicklungsansätze, um langfristig unabhängige, flexible und sichere IT-Strukturen für das Land Berlin zu schaffen. Lizenzkostenfreie Software bedeutet nicht, dass die Bereitstellung, Pflege und Weiterentwicklung kostenlos sind.
„Open-Source-Code ist wie ein digitaler Rohstoff: Er kostet erstmal nichts, muss aber zielgerichtet verarbeitet werden“, verdeutlicht Dr. Matti Große, Innovationsmanager beim ITDZ Berlin. „Ohne die entsprechende Integrationsleistung sowie professionelle und kontinuierliche Pflege wird das Fundament für digitale Souveränität schnell zum unkalkulierbaren Kostenfresser.“
Eine eigene Landesstrategie für Open Source
Zum Jahreswechsel 2025/2026 hat der Senat von Berlin – als eines der ersten Bundesländer – eine eigene Landesstrategie „Open Source“ verabschiedet. Sie ist von zentraler Bedeutung für die zukünftige Ausrichtung der Berliner Verwaltungs-IT und adressiert auch das ITDZ Berlin als wichtigen Umsetzungspartner. Das formulierte Ziel der Berliner Open-Source-Strategie lautet: 70 Prozent des Software-Stacks sollen bis 2032 auf Open-Source-Basis laufen. Deshalb verankern neue Regelungen des IT-Planungsrats Open Source als Beschaffungsstandard – und wer als Verwaltung dennoch proprietäre Software kaufen will, muss das künftig begründen.