Doppelt sicher für die Dritte Gewalt - ITDZ Berlin schafft separate IT-Umgebung für die Berliner Gerichte

Serverschränke in einem Rechenzentrum

Die Berliner Gerichte stellen mit der Verarbeitung hochsensibler Daten wie Klagen, Urteilen und Schriftsätzen besonders hohe Anforderungen an den Datenschutz und die IT-Sicherheit. Um diesen gerecht zu werden und um die Unabhängigkeit der Dritten Gewalt nachhaltig zu sichern, sollen die IT-Fachverfahren sowie zentrale Komponenten der IT-Infrastruktur der ordentlichen Gerichtsbarkeit (Kammergericht, Landgerichte, Amtsgerichte) zukünftig in einer eigenen IT-Umgebung betrieben werden. Um dieses Ziel zu erreichen wurde eine eigenständige und isolierte IT-Infrastruktur notwendig, um die Unabhängigkeit der Dritten Gewalt zu sichern und die IT-Prozesse der Justiz effizienter und sicherer zu gestalten.

IT-Sicherheit next Level

Das ITDZ Berlin und das Kammergericht haben dafür erfolgreich eine neue Rechenzentrumsfläche in Betrieb genommen, die speziell für die IT-Fachverfahren und zentralen Komponenten der IT-Infrastruktur der Berliner Gerichte genutzt wird. Diese werden in einer isolierten Umgebung betrieben, die so die Sicherheit und Unabhängigkeit der Datenverarbeitung gewährleistetet und gleichzeitig eine zukunftsfähige, skalierbare Lösung darstellt. Bis Ende 2026 werden alle relevanten Fachverfahren in das neue Rechenzentrum überführt, und die rund 4.000 BerlinPC-Arbeitsplätze der Justiz bis Jahresende umgezogen.

Kooperation mit Brandenburg

Durch eine Zusammenarbeit mit dem ZIT-BB (zentraler IT-Dienstleister für die Landesverwaltung Brandenburg) nutzt das ITDZ Berlin an einem vorhandenen Standort die BSI-zertifizierte Services des ZIT-BB, betreibt aber eine unabhängige Server-Infrastruktur mit Anbindung an das Berliner Landesnetz. Dadurch gewährleistet das ITDZ Berlin nicht nur die hohen gesetzlichen Anforderungen an IT-Sicherheit und Datenschutz, sondern spart auch Kosten und Ressourcen.

Grüner Trennstrich

Justizsenatorin Dr. Felor Badenberg: „Ich begrüße sehr, dass das neue Rechenzentrum nun in Betrieb geht. Das ist ein Schritt zu effizienteren Abläufen, erhöhter Transparenz und einer zeitgemäßen Justiz. Der sichere Umgang mit hochsensiblen Daten ist dabei zentral und unerlässlich. Robuste Sicherheitsarchitekturen, klare Zugriffs- und Protokollregelungen sowie umfassende Verschlüsselung schützen Integrität, Vertraulichkeit und Verfügbarkeit und stärken Qualität und Rechtsstaatlichkeit in Berlin.“

„Das gemeinsame Projekt ist ein großer Erfolg“, sagt Maria Borelli, Vorständin des ITDZ Berlin. „Durch die Nutzung von Fläche im Rechenzentrum des ZIT-BB können wir unsere räumlichen Rechenzentrumskapazitäten erweitern und die besonderen Anforderungen der Berliner Gerichte an eine separate Datenspeicherung und -verarbeitung erfüllen. Das ist effizient und schont personelle und finanzielle Ressourcen.“