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Herausforderung Green IT

Das ITDZ Berlin setzt auf "grüne Arbeitsplätze" für die Berliner Verwaltung

Grüne ErdkugelDie IT-Branche verbraucht weltweit immer mehr Strom. Im Jahr 2005 machte die Nutzung von Hardwarekomponenten, Peripheriegeräten und Servertechnologien bereits ein Prozent des weltweiten Stromverbrauchs aus. Die Informations- und Kommunikationstechnologie verbraucht allein in Deutschland soviel Strom wie zwei Millionen Haushalte. Der Einsatz von Informationstechnologie ist damit auch verantwortlich für einen Anteil von zwei Prozent der weltweiten CO2-Emissionen. Das entspricht dem prozentualen Anteil des Gesamtluftverkehrs weltweit. Vor diesem Hintergrund reagiert die IT-Industrie, nicht zuletzt bedingt durch Vorgaben der Politik, mit der Produktion und dem Einsatz energiesparender und damit umweltschonender Geräte und Prozesse. Der aktuell verwendete Begriff "Green IT" beschreibt die Nutzung von Informationstechnologie über den gesamten Lebenszyklus – von der Produktion über den Einsatz bis zur Entsorgung.

Am 7. Juli 2008 fand in Brüssel eine Tagung der EU-Kommission statt. Dort befassten sich die Experten aus den 27 EU-Mitgliedsstaaten im Regelungsausschuss mit dem Thema einer " Öko-Offensive" der EU. Durch eine Verschärfung der EU-Richtlinie zum Ökodesign energiebetriebener Produkte (EuP) sollen Industrie, Handel und auch Verbraucher auf energiesparende Produkte verpflichtet werden.

Für das IT-Dienstleistungszentrum Berlin (ITDZ Berlin) ist das Thema "Green IT" fester Bestandteil des Portfolios. Entwickelt und erprobt werden wirksame Konzepte für einen energieeffizienten und umweltschonenden Einsatz. Gesetzt wird auf Green IT bei der hauseigenen IT-Infrastruktur, im Data-Center und im Produktmanagement. Für die Kunden, die Berliner Senats- und Bezirksverwaltungen sowie nachgeordneten Behörden, entwickelt und realisiert das ITDZ Berlin umweltgerechte Green-IT-Rechnerarbeitsplätze.

ITDZ Berlin rüstet Informationstechnik der Berliner Verwaltung um

Der Prototyp des vom ITDZ Berlin entwickelten PC-Arbeitsplatzes verwendet ein besonders energieeffizientes Netzteil, nach dem "80 PLUS®"-Standard. Zudem wird ein energiesparendes, RoHS-konformes (siehe Infokasten) Mainboard mit 45-Watt-Dual-Core-Prozessor eingesetzt und als Festplatte ein besonders sparsames 2,5-Zoll-Modell genutzt. Auch Monitor und Drucker zeichnen sich durch ihre Energieeffizienz aus und sind mit „Energiesiegeln“ als energiesparend eingestuft: Der TFT-Monitor trägt den "Energy Star", der Drucker ist mit dem "Blauen Engel" ausgezeichnet. Ein papiersparender Duplex-Modus (beidseitige Druckfunktion) und eine Toner-Spar-Taste ergänzen hier das Angebot. Die Sleep-Funktion verbraucht erheblich weniger Strom als der handelsübliche Stand-by-Modus.

Green-IT-PC und -Drucker ausgestellt

Den Arbeitsplatz ergänzt eine Schaltersteckdose, mit der bei Büroschluss alle elektronischen Geräte abgeschaltet werden können. In der Summe kann so der durchschnittliche Stromverbrauch pro EDV-Arbeitsplatz um rund ein Drittel gesenkt werden.

Konsolidierung und Virtualisierung der Rechenzentren

Auch bei Auswahl und Betrieb der Rechenzentren legt das ITDZ Berlin großen Wert auf Umweltschutz. Laut einer Studie des Beratungshauses Gartner Group betragen alleine die globalen Energiekosten für den Betrieb von Rechenzentren mittlerweile durchschnittlich vier bis sieben Prozent des gesamten IT-Budgets und beanspruchen ein Prozent des weltweiten Energieverbrauchs. Zentralisierte Serverlösungen verringern deshalb beim ITDZ Berlin den oft redundanten Betrieb von Servern in den einzelnen Behörden.

Das Data-Center des ITDZ Berlin wird darüber hinaus zurzeit in Bezug auf ein effizientes Energiemanagement überprüft und neu eingerichtet. Die Virtualisierung von Servern sowie die Auswahl umweltfreundlicherer Komponenten senken den Energieverbrauch des Rechenzentrums zusätzlich.

Green IT ist alternativlos

Laut einer Untersuchung der International Energy Agency aus dem Jahr 2006/2007 werden sich der weltweite Energieverbrauch bis zum Jahr 2030 um etwa 53 Prozent und die damit verbundenen CO2 -Emissionen um ca. 55 Prozent erhöhen.

Die Energiekosten für IT-Infrastrukturen werden sich von diesem Trend kaum abkoppeln. "Vor dem Hintergrund der Entwicklung auf dem Energiemarkt möchten wir den Berliner Verwaltungen einen energiesparenden und umweltschonenden Arbeitsplatz so bald als möglich zur Verfügung stellen. Denn eine konsequente Ausrichtung der IT-Infrastruktur auf energieeffiziente Geräte ist unausweichlich," begründet Konrad Kandziora die Aufnahme des "grünen Arbeitsplatzes" in das Produktportfolio des ITDZ Berlin.

Ergänzende Informationen

Standard 80 PLUS®

"80 PLUS®" ist eine nordamerikanische Initiative zur Förderung von PC-Netzteilen, die einen Wirkungsgrad von 80 Prozent oder höher in Bezug auf den Energieverbrauch aufweisen. Je kleiner der Wirkungsgrad, desto mehr elektrische Energie verbraucht das Netzteil als nutzlose Wärmeenergie. Beim Einsatz von „80 PLUS®“-Geräten kann der Energieverbrauch also dauerhaft gesenkt werden. Die Initiative listet konforme Geräte und stellt die entsprechenden Messprotokolle im Internet zur Verfügung.
www.80plus.org

Blauer Engel

Das deutsche Gütesiegel wird von einer Jury bestehend aus Vertretern von Verbraucherverbänden, der Wirtschaft und Wissenschaft vergeben und zeichnet Produkte aus, die die Umwelt weniger belasten als vergleichbare Produkte. Dabei werden also nicht zwangsläufig geringe absolute Belastungswerte ausgezeichnet, sondern solche, die sich relativ von Konkurrenzprodukten abheben.
www.blauer-engel.de/

Energy Star

Auszeichnung der US-Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) für Computer und dazugehörige Komponenten. Der Energy Star wird vergeben an Produkte, die nach spätestens einer Stunde ohne Nutzung in einen Energiesparmodus wechseln, der maximal 30 Watt verbraucht. Die Auszeichnung wurde durch die EU adaptiert.
www.energystar.gov/
www.eu-energystar.org/de/

RoHS-Richtlinie

Mit Wirkung zum 1. Januar 2006 hat die EU den Einsatz von verschiedenen Schwermetallen wie Blei, Cadmium oder Quecksilber sowie von bestimmten Flammschutzmitteln bei der Herstellung von Elektronikkomponenten verboten. Entsprechende Produkte dürfen innerhalb der EU nicht vertrieben werden. Zudem regelt die Richtlinie die angemessene Entsorgung von Elektronikteilen, für die die Hersteller aufkommen müssen.
www.rohs.info/de/